Brandenburger Autorinnen und Autoren online (186)
Geboren am: 21.04.1969
lebt in: Oderaue
Web: auflandverlag.de
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Dr. Kenneth Anders
Dr. Kenneth Anders (Andreas Neufeld (bei einigen Texten))
Als Kulturwissenschaftler habe ich das Schreiben schon immer als Form der Klärung genutzt. Im Verlaufe der Jahre kam ein Ausdrucksbedürfnis hinzu. Seit 2003 arbeite ich zusammen mit Partnern an etwas, das wir Landschaftskommunikation nennen - die Verständigung über den Raum. In diesem Kontext ist das Schreiben in verschiedenen Formen zum zentralen Medium geworden, Kommunikation aufzugreifen und fortzuführen.
Genres
Dramatik und Hörspiel, Kinder- und Jugendliteratur, Lyrik, Prosa, Sachliteratur, (Zeit)geschichte, Essay
Fragen an Dr. Kenneth Anders (Andreas Neufeld (bei einigen Texten))
Was hat Sie zum Schreiben gebracht?
2010 begann ich, für unser Internetportal "Oderbruchpavillon" Kolumnen zu schreiben, denn ich wollte mich mit dem Demografiediskurs auseinandersetzen, der über die ländlichen Gegenden gekommen war wie ein prasselndes Missverstehen. Da ich selbst auf dem Land lebe, hatten diese Texte zunächst den Charakter einer Verteidigung, die sukzessive beschreibende Elemente aufnahm und sie zur Reflexion nutzte. So bekam das Schreiben Trittsicherheit und wurde zu meiner wichtigsten Ausdrucksform.
Wen oder was wollen Sie erreichen?
In unseren Diskursen fehlt es mir an Offenheit, an Beschreibung, Neugier und Kraft. Mein Eindruck ist, dass sie immer schlechter werden, je weiter sie sich vom Leben an Ort und Stelle lösen, je mehr sie in Bekenntnisformen verwandeln, die letztlich der Distinktion dienen. Die Menschen haben Erfahrung, Wissen und Klugheit - aber wenig davon wird genutzt. Ich möchte dazu beitragen, dieses Potenzial aufzuschließen.
Welches ist Ihr Lieblingsbuch?
Derzeit denke ich viel über Mikael Niemis "Wie man einen Bären kocht" und über Dörte Hansens "Mittagsstunde" nach. Bei der Lektüre musste ich immer wieder das Konterfei dieser Autoren anschauen und darüber nachdenken, wie man nur so schreiben kann.
Wer ist Ihr Vorbild?
Ein Vorbild im klassischen Sinne habe ich wohl nicht. Oder das Vor-Bild setzt sich aus vielen Aspekten zusammen, die von einem guten Popsong bis zu einer journalistischen Leistung, von einer mutigen politischen Aussage bis zu einem klugen Satz im Alltag reichen. Das Vorbild ist für mich also ehr ein transzendentales Phänomen.
Haben Sie einen Lieblingsort in Brandenburg, wenn ja, welchen?
Das ist wohl der Platz, an dem mein Haus steht - mitten im Oderbruch, umgeben von Feldern, im Wind, in ständiger Hochwassergefahr. Viele meiner Texte gehen von dieser elementaren Beziehung von Haus und Landschaft aus und versuchen, aus ihr schlau zu werden.
Wo können Sie am besten schreiben?
Ich kann überall schreiben - zu Hause, im Zug, im Bett, am Tisch, mit dem Klapprechner auf dem Schoß oder im Stehen.
Bibliographie (Auszug)
als Andreas Neufeld: Die Kümmerer. Theaterstück für drei Schauspieler.
Aufland Verlag Croustillier, 2020
mit Lars Fischer: Landschaftskommunikation. Ein kleines Handbuch.
Oekom Verlag, München , 2020
Die Scheune
Aufland Verlag Croustillier, 2020
als Andreas Neufeld: Die kluge Bauerntochter wird noch gebraucht.
Aufland Verlag Croustillier, 2019
Die Angst vor Mücken und das Hausschlachten. Kolumnen und Essays über Ländlichkeit und Landschaft.
Aufland Verlag Croustillier, 2016
mit Lars Fischer: Auf der Suche nach einer neuen Sesshaftigkeit. Texte über Landschaftskommunikation.
Aufland Verlag Croustillier, 2015
Dass wir auf uns achten
Aufland Verlag Croustillier, 2015
Das Pfeifen im Ofen. Drei Geschichten für Ostbrandenburg.
Aufland Verlag Croustillier, 2013
Crazy Horse, Kolumnen über Land und Stadt II.
Aufland Verlag Croustillier, 2012
mit Lars Fischer: Ein Bänkelgesang vom Landleben. Für die Dörfer von Steinhöfel.
Aufland Verlag Croustillier, 2012
Latte Macchiato im Busch. Kolumnen über Stadt und Land.
Aufland Verlag Croustillier, 2011
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